Gastrezension || Stockholm Syndrom von Lenore Gregor

Wiedermal eine wundervolle Rezension von Dani, die sie auf Ihrem Blog [Herzgeschichten] geschrieben hat und die wir euch nicht vorenthalten wollen. 

Titel: Stockholm Syndrom
Autor: Lenore Gregor
Leseprobe: Hier

eBook Format: epub, mobi, ca. 180 Seiten

ISBN: 978-3-944490-27-4

€ 3,99 [D] | € 4,20 [A] | CHF 4,30
Taschenbuch, Broschur, 160 Seiten, 11,5 x 18,2 cm 
(erscheint am 1.10.15)

ISBN: 978-944490-45-8
€ 6,99 [D] | € 7,10[A] | CHF 10,90

Download Titelinfo: Stockholm
"Wann hatte es angefangen, dass aus Kidnappern Menschen geworden waren?" (Pos.1915)

DARUM GEHT'S:
Ein abgelegenes Ferienhaus im Wald - ideal für Kara, ihren Freund Sebastian und ihren Studienkollegen Marco. Hier können sie ihne Internet und Ablenkung für die Bachelorprüfung lernen!
Wie abgeschieden es dort wirklich ist, spüren die drei bald deutlicher als ihnen lieb ist: Marek und seine Bande haben sich ausgerechnet dieses Domizil ausgesucht, um nach einem Bankraub unterzutauchen. Aus der geplanten Arbeitsphase werden albtraumhafte Wochen in Gefangenschaft. Jeder in der Zwangsgemeinde verbirgt ein eigenes düsteres Geheimnis. Die Situation ist kräftezehrend für alle Beteiligten, und schon nach kurzer Zeit verschwimmen die Grenzen zwischen Gefangenen und Wächtern. Kara und Marek ziehen sich beinah magisch an, und unter den aufmerksamen Augen aller entsteht eine erotische Nähe, die mit dem Stockholm Syndrom allein kaum zu erklären ist.


MEINE MEINUNG:
Eigentlich wollten sich Kara und ihre Freunde nur ohne Handyempfang und Ablenkungen an einen Ort zurückziehen, um in Ruhe an ihren Bachelorarbeiten für die Uni zu schreiben. Doch alles ändert sich plötzlich, als Marek und seine Bande genau in dieser Hütte im Wald Unterschlupf nach ihrem Bankraub suchen.


Was als lockerer Ausflug beginnt, entpuppt sich bald als brenzlige Situation. Dieser Wechsel ist deutlich spürbar. Aus Freude und Entspannung wird Angst und Verzweiflung. Da die Geschichte aus Karas Perspektive erzählt ist, können wir uns besonders gut in sie hineinversetzen. Man kann sich selbst gar nicht vorstellen, wie man in so einer Situation reagieren würde, wenn man sie tatsächlich noch nicht erlebt hat. Kara fasst den Szenenwechsel jedoch gut auf und versucht nach außen hin die Befehle der Geiselnehmer zu befolgen, gleichzeitig sucht sie jedoch nach einem Aus- und Fluchtweg.
Nach und nach merkt man deutlich, dass Marek sie bevorzugt behandelt. Da sie das einzige Mädchen in dieser Konstellation ist, fürchtet man, dass er nur ihr Vertrauen gewinnen und sie ausnutzen möchte. Kara ist die einzige, deren Fesseln gelöst werden - ihre Freunde haben da gar keine Chance.



Für ihren festen Freund Sebastian tut es mir nur Leid. Er hat immer panische Angst um Kara und sie flirtet hinter seinem Rücken mit ihrem Geiselnehmer.
Nach und nach erfährt man, warum Marek all dies getan hat. Natürlich ist das absolut keine Ausrede oder Entschuldigung, aber man versteht ihn plötzlich und entwickelt Sympathien für ihn. Er drängt Kara zu nichts. Alles passiert langsam und von beiden Seiten ausgehend.
Es bleibt nun natürlich die Frage, ob Marek wirklich Liebe für Kara entwickelt hat oder ob er sie doch nur ausnutzen wollte. Wenn letzteres der Fall war, dann hat er seine Gier gut versteckt.
Es kommt sogar soweit, dass die beiden miteinander schlafen. Danach tun sie so, als hätte er sie gegen ihren Willen vergewaltigt, um den Schein zu wahren. Sebastian wird davon ganz verrückt. In diesem Moment habe ich sie wirklich kurz gehasst, obwohl ich ihre Gefühle für Marek aus der Ich-Perspektive auch sehr gut nachvollziehen konnte.



Auf der einen Seite ist es fast schon klischeehaft. Marek ist eigentlich kein richtiger Verbrecher - er tut es nur aus der Not heraus. Ein böser Mensch scheint er nicht zu sein. Daher kann ich auch nach der Geschichte nicht ganz klar sagen, dass man sich aus der Situation heraus in seinen Geiselnehmer verlieben kann oder ob es doch echte Gefühle sind. Wenn sich die beiden unter normalen Umständen kennengelernt hätten, so wären auch Gefühle gewachsen - den Eindruck hatte zumindest ich.
Um euch noch neugieriger auf die Geschichte zu machen, so kann ich euch verraten, dass am Ende alles anders kommt, als man denkt und man wirklich total gespalten zurückbleibt.


FAZIT:
Die Geschichte habe ich an einem einzigen Abend gelesen. Sie ist spannend und voller zwiespältiger Gefühle. Eigentlich bin ich immer noch nicht so sicher, wie das Stockholm Syndrom zustande kommt und ob es echt Gefühle sind, die sich da entwickeln oder doch nur ein Mechanismus, um die Situation besser zu überstehen. Marek und Kara haben mir als Paar jedoch sehr gut gefallen und ich hätte mir ehrlich gewünscht, dass sie sich einfach nur auf der Straße begegnet wären.

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